Geschichte Entwicklung Klapprad Faltrad

Geschichte der Falträder und Klappräder

Geschichte der Falträder und Klappräder
Hochrad aus dem späten 19. Jahrhundert

Die Geschichte der Falträder und Klappräder begann bereits vor ca. 125 Jahren, nämlich im Jahre 1878, als der Brite Grout William das aller erste „Zerlegerad“ entwickelte und gleich patentieren ließ.

Da es zur damaligen Zeit nur Hochräder gab (rechts im Bild), wo sich der, meist aus Leder und Nieten hergestellte, Sattel über einem enormen großen Vorderrad befand, an welchem gleichzeitig die Pedale saßen und einem sehr kleinen Hinterrad, konnte es sich damals dementsprechend also nur um ein faltbares Hochrad handeln.

Ein weiteres Patent wurde im Jahre 1896 eingereicht. Das sogenannte „Faun“, ein mit einem Diamantrahmen ausgestattetes Sicherheitsrad, welches um die senkrechte Achse in der Mitte des Rahmens gefaltet wurde. Diese Variante ist die bis heute am meist verbreitete Klapptechnik bei Falträdern

Nun begann sich auch langsam das Militär in Europa für Klappräder zu interessieren. Nach der Veranlassung, am Anfang des 20. Jahrhunderts, verschiedenste Modelle entwickeln zu lassen, entstand zum Beispiel eine Variante das Schweizer Armeerad „Dursley Pederson“ oder das 1909 entwickelte niederländische „Fongers“, welches sogar erstmals kleinere 16 Zoll Laufräder verwand.

Die Zeit während und nach dem Krieg

Während des zweiten Weltkrieges mit Nazi Deutschland, wurde das „Folding Military Bicycle“ von BSA entwickelt. Die einfache Idee war, dass die britischen Fallschirmjäger nach der Landung schneller ihre Landezone verlassen und in Entdeckung konnten. Aus dieser Entwicklung entstand sogar das heute wieder gebaute und für die breite Öffentlichkeit bestimmt „Galaxe“.

Klapprad 1970er Jahre
Klapprad 1970er Jahre

Außerhalb des Militärs im zivilen Sektor, kam es zwischen 1920 und 1949 zu vielen weiteren Herstellungen von  kleinrädrigen Klapprädern.

Das „Petit Bi“ aus Frankreich war in seiner letzten Ausführung sogar schon sehr stark an die weiteren Räder aus den 1970er Jahren angelehnt (links im Bild).

Der Durchbruch der Klapp- und Zerlegeräder fand Anfang der 60er Jahre des 20. Jahrhunderts statt.

Anfangs gar nicht als Faltrad gedacht, sondern eher als Ersatz der existierenden „normalen“ Fahrräder mit Diamantrahmen und „28“  Bereifung, wurde das „Moulton Stowaway“ zum internationalen und stilprägenden Verkaufsschlager. Die Begriffe Schnellig- und Wendigkeit sowie Fahrkomfort wurden nun neu geschrieben und neu erlebt.

Beginn der Klappradwelle

Das „neue Rad“ bestand aus einem steifen und teilbaren Einrohrrahmen mit tiefen Durchstieg, kleinen 16 Zoll und luftgefüllten Rädern und erstmalig aus einer Vollfederung mit Gummielementen. Auch die Nachfolgemodelle waren super erfolgreich, die „Klappradwelle“ war nun endgültig ausgebrochen.

Leider hatte diese tolle Entwicklung eine starke negative Folge! Genau wie es heute an der Tagesordnung ist wurden auch damals Nachahmungen angefertigt, da jeder Hersteller ein Klapprad im Angebot haben musste um nicht aus dem Rennen zu sein.

Aus Kostengründen handelte es sich aber ausschließlich um vereinfachte Nachbauten. Der Radstand war bei 20 Zoll Rädern zu kurz, das Rahmenkonstrukt viel zu instabil, Federungen gab es keine, dafür Reifen mit nur wenig Luft und statt der Bremsen auf den Felgen gab es Klotzbremsen.

Brompton
„Brompton“

Schließlich endete die Verkaufswelle von Falträdern Ende 1970. Das schlechte Fahrverhalten der billigen Modelle hatte dafür gesorgt, dass alle Klappräder in Verruf gerieten. Trotzdem kam es, wie das „Bickerton“ (aus einem Alurahmen bestehend) zu einigen Neuentwicklungen.

Beginn einer neuen Zeit

Ebenfalls in den 70ern entwickelt aber erst 1986 hergestellt, war das „Brompton“. Eine schnelle Klappzeit und geringe Faltmaße zeichneten dieses Rad aus.

Ende der 80er Jahre entstand die von David Hon gegründete Firma Dahon. Diese entwickelte sich zum größten Absetzer von Falträdern weltweit. Da Hon in China produzieren ließ, blieben auch die Preise im unteren Segment.

In Deutschland baut die Firma Bernds seit 1991 gefederte Falträder und Falttandems. Die auf Wunsch nach Maß gefertigten Stahlrahmen werden am Firmensitz in Detmold von Hand hergestellt.

Klapprad Elektrobike
Faltrad mit Elektroantrieb

Das „Birdy“ wurde Mitte der 1990er Jahre von Heiko Müller und Markus Riese entworfen. Dies war ein vollgefedertes Faltrad mit Alurahmen, dessen Federungsgelenke an Vorder- und Hintergabel gleichzeitig als Faltgelenke dienen. Ebenfalls wie das Brompton besitzt auch das Birdy heute Kultstatus und ist durch einige Weiterentwicklungen auch ein Spitzenmodell im Faltrad Segment.

Mittlerweile gibt es viele weitere kleinere Firmen. Dadurch gibt es eine sehr hohe Vielfalt an Falträdern.

Seit 2010 gibt es nun auch einen regelrechten „Boom“ bei den e-Bikes. Dadurch kam es zu einer Entwicklung der Klappräder mit Elektromotor.