Bussgelder und Promillewerte für Radfahrer

Verkehrsteilnehmer aller Art, sowohl Fußgänger, Auto- und Motorradfahrer als auch Fahrradfahrer, müssen sich an die Bestimmungen der StVO halten. Bei Verstößen oder Missachtungen drohen harte Strafen. Die Palette reicht von Bußgeldern über Punkte in Flensburg und Fahrverbote bis hin zu Strafanzeigen.

Inhalt des Bußgeldkatalog für Radfahrten unter Alkohol-/Drogeneinfluss mögliche Folge / Konsequenz
Auffällige Fahrweise beim Radfahren

sowie Beteiligter eines Unfalls ab 0,3 Promille

polizeiliche Strafanzeige

evtl. Teilschuld für Versicherungsleistung

Fahrrad fahren mit mehr als 1,6 Promille Bußgeld in Höhe des eigenen Monatsgehalt

3 Punkte in Flensburg

Teilnahme an einer MPU ( Idiotentest)

Fahrrad fahren unter Drogeneinfluss polizeiliche Strafanzeige

Teilnahme an einer MPU

Promille-Grenze für Fahrradfahrer

Sie besitzen keinen Führerschein? Macht nichts! Für die StVO spielt das keine große Rolle! Bei Verstößen oder Delikten welche die Sicherheit des Straßenverkehrs beeinträchtigen, können Punkte in Flensburg genau so erworben werden wie von  jemanden der im Besitz eines Führerscheines ist.  So können also auch Fußgängern oder Radfahrern harte Bußgelder und Fahrverbote drohen. Alkohol ist eines der Mittel das wirklich brenzlige und gefährliche Situationen herbeiführen kann. Im Katalog für Bußgelder gibt es sogar speziell für Radfahrer angepasste Verordnungen.

Was für PKW-Fahrer gilt, gilt ebenso für Radler. Auch Fahrradfahrer müssen sich an die gesetzlich vorgeschriebenen Promillegrenzen halten. Wer dies nicht tut, muss mit Strafanzeigen, Punkten in Flensburg oder hohen Bußgeldern rechnen. Sollte eine MPU angeordnet werden, kann sogar der PKW-Führerschein eingezogen werden. Auch wer keinen besitzt muss dennoch die MPU im vollen Umfang bestehen. Sollte eine MPU nach einem Alkoholvergehen während einer Fahrradfahrt angeordnet werden, muss zusätzlich mit einer mindestens 6 monatigen Sperrfrist bis zur MPU rechnen.

Erste Anzeichen von übermäßigen Alkoholkonsums sind von vielen verschiedenen Faktoren abhängig. Sowohl Geschlecht, Alter, Größe und Gewicht der Person, Trinkdauer, Alkoholgewohnheiten, das Wetter als auch der eigene Stoffwechsel können ausschlaggebend sein. Ab einem Promillewert von 0,3 können aber bereits erste Anzeichen einer relativen Fahruntauglichkeit auftreten.

1953 entschied der Bundesgerichtshof, dass ab 1,5 Promille Alkohol im Blut eine Ordnungswidrigkeit für Autofahrer vorliegt. 1973 wurde dies sogar per Gesetz auf 0,8 Promille herunter gesetzt und 2001 noch weiter gesenkt auf 0,5 Promille. Eine absolute Fahruntauglichkeit, bei nicht motorisierten Fahrzeugen, liegt bei einem Wert von 1,7 vor. Diese Obergrenze wurde bereits im Jahre 1986 in einem Gerichtsurteil festgesetzt. Im Laufe der Zeit wurden die Messmethoden aber immer genauer, sodass der Promillewert heute bei 1,6 liegt. Für Fahrer von Kraftfahrzeugen wurde der Wert für eine absolute Fahruntauglichkeit auf 1,1 Promille gesetzt.

Wieviel Alkohol braucht es um 1,6 Promille zu erreichen

Wie bereits oben erwähnt ist der Anstieg vom Alkoholspiegel im Blut von verschiedenen Faktoren abhängig. Deshalb kann auch keine genau Aussage darüber getroffen werden. Dennoch ein kleines Beispiel: Ein ca. 40 Jahre alter Mann mit 1,80 m Größe und 80 kg Gewicht muss 3 Liter Bier trinken um 1,6 Promille zu erreichen. Als Faustregel kann man sich merken, dass etwa alle Männer ab 4 Liter Bier diesen Wert erreicht haben.

Wesentlich leichter kann aber eine Aussage über den Abbau von Alkohol im Blut gemacht werden. Lediglich 0,1 Promille pro Stunde baut jeder Körper an Alkohol ab.

Um ihren persönlichen Promillewert ermitteln zu können, stellen wir ihnen nachfolgend einen Promillerechner zur Verfügung.

Fahrradfahren mit Alkohol im Blut

Folgendes sollte man sich also einprägen: Die absolute Promilleobergrenze für Radfahrer liegt bei 1,5. Ab 1,6 Promille wird eine Straftat begannen und es kommt zur Strafanzeige seitens der Behörde. Da ab 1,6 Promille von einer absoluten Fahruntauglichkeit ausgegangen wird, sind ab diesen Wert trotzdem Sanktionen möglich, auch wenn während der Fahrt keine Gefahr für den Straßenverkehr bestand.

Dies ist ein recht hoher Wert und in Europa absolute Spitze. Die meisten dürften mit so einem Wert gar nicht mehr in der Lage sein ein Fahrrad zu führen bzw. den Verkehr vollständig wahrzunehmen. Daher können wir nur jedem, der sich seiner Fahrtauglichkeit nicht mehr sicher ist, dazu raten, lieber einmal das Rad stehen zu lassen und sich ein Taxi zu bestellen oder sich anderweitig abholen zu lassen. Die Verantwortung für die eigene Sicherheit und anderer liegt häufig bei einem selber.

Obergrenze bei 1,6 Promille für Radfahrer

Auch wer weitaus weniger Promille im Blut hat, dafür aber eine sehr auffällige Fahrweise an den Tag legt und somit eine Fahruntauglichkeit signalisiert muss mit Sanktionen rechnen. Sollten Sie also einmal durch eine unruhige Fahrweise oder Schlängellinenfahren von der Polizei angehalten werden, dürfen Sie wahrscheinlich ein Atemkontrolltest durchführen. Sollte dabei ein Promillewert von über 0,3 ermittelt werden, können erste Strafen, bezüglich einer relativen Fahruntauglichkeit, verhängt werden.

Wer mit seinem Rad in einen Verkehrsunfall verwickelt ist oder sogar dafür verantwortlich ist und über 0,3 Promille im Blut hat, wird mit einer Strafanzeige und einem Bußgeld konfrontiert. Das Bußgeld kann bis zu einer Höhe des eigenen Monatsgehalt entsprechen. Weiterhin wird der Person auch 3 Punkte in Flensburg angeschrieben.

Ohne Messgerät ist der Promillewert schwer einschätzbar

Da vermutlich nur die wenigsten ein eigenes Messgerät zum Ermitteln des Alkoholspiegel besitzen, können wir nur davon abraten eine Promillerechner zu verwenden. Dieser zeigt zwar grobe Werte an, kann aber niemals die aktuelle Wirklichkeit wiederspiegeln. Lediglich auf diesen Rechner zu vertrauen kann zu ernsten Folgen führen.

Schon seit Jahren wird darüber diskutiert, ob die Obergrenze für Radler von 1,6 Promille nicht viel zu hoch angesetzt ist. Dass das Fahren auf dem Rad unter Einfluss von Alkohol den Fahrer beeinträchtigt und das Unfallrisiko erhöht steht außer Frage. So verunglückten zum Beispiel laut ADFC im Jahre 2011 knapp 3725 Radfahrer durch übermäßigen Alkoholkonsums. Dies entspricht etwa 5% der Unfälle mit Fahrrädern. Dabei sind die Anzahl der Verletzungen im Gesicht fast dreimal so hoch wie bei nüchternen Radfahrern.

Daher fordert die Gewerkschaft der Polizei und der ADFC eine Angleichung der oberen Promillegrenze auf den Richtwert von 1,1. Dies würde exakt dem Wert für die absolute Fahruntauglichkeit für PKW-Fahrer entsprechen. Jedoch ist auch für das Jahr 2017 bisher kein Vorhaben zur Umsetzung im Gespräch.

Fahrradfahren im betrunkenen Zustand während der Probezeit

PKW-Fahrer unter 21 Jahren und Fahranfänger welche sich noch in der 2-jährigen Probezeit befinden, müssen besonders behutsam mit dem Thema Alkohol umgehen. Für beide Gruppen gilt ein striktes Alkoholverbot und ein Promillewert von 0,0. Auf dem Fahrrad sieht es dann etwas anders aus. Wenn die Verkehrsregeln und Bestimmungen der StVO eingehalten werden, darf auf dem Rad ein Promillewert bis 1,5 vorliegen. Ab 1,6 Promille liegt aber in jedem Fall dann eine Straftat vor. Dennoch sollte man bedenken, dass auch ab 0,3 Promille und auffälliger Fahrweise der Entzug des Führerscheins möglich ist.

Promillegrenzen für Radfahrer in den Nachbarländern

In Deutschland ist die Promillegrenze für Radfahrer mit 1,6 recht hoch und damit sehr locker angesetzt. Bei unseren europäischen Nachbarländern herrschen derweil durchaus strengere Promillewerte. Nachfolgend einige Beispiele.

Land Promillegrenze für Radfahrer
Österreich 0,8
Kroatien 0,5
Niederlande 0,5
Italien 0,5
Frankreich 0,5
Schweiz 0,5
Tschechien 0,0

Es gibt aber auch einige Länder in Europa in denen keine Promillegrenze festgesetzt ist. Es handelt sich dabei um Großbritannien, Irland und Skandinavien. Dies mag sich zwar verlockend anhören, eine gewisse Regelung bzw. Bestrafung gibt es in jenen Ländern dennoch. Wer betrunken Fahrrad fährt und dabei erwischt wird, wird zwar nicht durch die festgesetzte Promillegrenze verurteilt, jedoch wird immer individuell entschieden, ob der Betroffene noch fahrtauglich wirkt oder eben nicht. Wenn der betrunkene Fahrstil der Person als nicht mehr angemessen angesehen wird, darf zum Beispiel derjenige in Irland ein nettes Bußgeld in Höhe von bis zu 2000 € bezahlen.

Drogenkonsum im Straßenverkehr

Drogenkonsum ist generell strafbar. Bezüglich für Autofahrer gibt es aber im Bußgeldkatalog für das Fortbewegen eines Kraftfahrzeuges unter Drogeneinfluss erhebliche Strafen die deren Fahrerlaubnisse betreffen. Im Gegensatz zum Thema Alkohol und der Promillegrenze, gibt es für Fahrten unter Drogeneinfluss weder für PKW- noch für Radfahrer einen Grenzwert. Somit gibt es definitiv keinen Wert, der für das Fahren zulässig wäre.

Wer bei einer Radfahrt mit Drogen im Blut erwischt wird, kann zu einer sogenannte MPU gezwungen werden. Im deutschen Volksmund wird dies als „Idiotentest“ bezeichnet. Ist man zu diesem Zeitpunkt im Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis, würde diese natürlich sofort eingezogen werden. Erst wenn eine medizinische und psychologische Untersuchung bestanden wurde und eine Drogenabstinenz über einen längeren Zeitraum nachweisbar war, darf mit einer Rückgabe der Fahrerlaubnis und der Aufhebung der Fahrverbotes gerechnet werden.